Bericht vom Bodensee-Megathlon 2. August 2009
Martin Ruegge

Am 2. August 2009 startete der Megathlon im deutschen Radolfzell am Bodensee. Auf dem Programm standen 2,5 km Schwimmen im See, 26 km und 120 Höhenmeter auf den Inlines, 66 km und 510 Hm per Rennvelo, 38 km und 390 Hm mit dem Bike und 10,8 km Joggen.
Diese Distanzen konnten einem schon etwas nervös machen, vor allem wenn man sie als Einzel- oder Couplesportler absolvieren wollte. Sie konnten nervös machen, ich war aber seelenruhig - ob das wohl daran lag, dass ich nur als Zuschauer dabei war?
Tabea hatte sich nach dem Gigathlon im Couple vorgenommen, den Megathlon alleine zu absolvieren und ich durfte sie begleiten.
An unserem Nationalfeiertag reisten wir also nach Deutschland (was für ein Patriot ich doch bin) und holten ihre Startunterlagen ab. Und da gings schon los: hesch gseh, hesch gläse, meinsch, was dänksch,....Tausende Spekulationen über Abläufe, Wetter, Material, Strecken,...... Ich verschwand im Bodensee mich etwas abkühlen.
Nach einem Essen bei einem Italiener in Deutschland und einer leckeren Glace, glaubte ich, gestärkt zu sein für den kommenden Tag :-)
Tabea aber wälzte weiterhin grosse Fragen vor sich hin. Der Zielschluss um 17:00, also bereits 9 Stunden nach dem Start um 8:00, bereitete ihr am meisten Sorgen.
Aber auch der Regen, der für am Sonntag gemeldet wurde, war nicht sehr motivierend.
Am Morgen verliessen wir dann kurz vor 7:00 unser Hotel und fuhren zum Start. Die Parkplätze waren etwas ausserhalb und so gingen wir zu Fuss. Vor der Wechselzone war ein langer Stau. Jedes Rennvelo und Bike, das in die Wechselzone gebracht wurde, musste eine bis zwei Startnummern aufweisen. Der Transporteur musste auch eine Startnummer und ein Spezialbändel vorweisen plus eine Unterschrift abgeben. Dies verursachte einen riesen Stau - zum Glück hatten wir die Räder bereits am Vortag eingestellt....
Tabea, im modischen Neoprenanzug, begab sich zum Start. Ich verfolgte das Ganze von ausserhalb und schoss ein paar Fotos, was allerdings schwierig wurde bei so vielen Zuschauern (Von jedem 5er Team konnten hier 4 Leute zuschauen, falls sie nicht mehr in der Schlange vor der Wechselzone anstehen mussten).
Kurz darauf kamen die ersten Schwimmer retour - in weniger als 30 Minuten! Und einigen reichte die Kraft, um den Schlussspurt im Delfinstil zu schwimmen.

So begab ich mich vom See etwas weg zum Verbindungsgang. Hier wollte ich ein Foto von Tabea machen, wenn sie zur Wechselzone rennt.
Und tatsächlich, hier war sie schon, warf mir ihr Badekappe und Schwimmbrille an den Kopf und war schon wieder weg. Sie entstieg dem Neopren, montierte die Inlines und schwupp war sie weg!
Ich machte mich auf den Weg zurück zum Auto (Badekappe und Schwimmbrille wegräumen), ging einkaufen (2 Brötli für Tabea, da am Morgen die Geschäfte noch geschlossen waren) und positionierte mich dann an der Strecke. Das eine oder andere Gesicht kannte ich, das hier vorbei skatete.

Da es an der Stelle, wo ich stand, leicht bergauf ging, konnte ich ihr die Brötchen gut überreichen, als sie kurz darauf vorbeiskatete.
Und wenige Minuten später fuhr sie in die andere Richtung mit dem Rennrad davon. Als Trendaccessoires erwiesen sich ihre Kevlarschoner, welche sie auch auf dem Fahrrad noch trug.
Nun marschierte ich retour zur Wechselzone. Zu dieser hatten nur Sportler Zutritt, ich musste draussen bleiben.
Ich hatte mich auf einen gemütlichen Tag eingestellt, ein wenig baden im See, sünnele,.. Doch leider wars die ganze Zeit bewölkt :-(

Tabea hatte einen Spezialtransponder beim Start bekommen. Dieser lieferte Daten (ihre Geschwindigkeit, aktueller Ort, bereits absolvierte Strecke, Puls und Kalorien) ständig zu einem Empfänger im Start/Zielgelände. Hier konnte ich auf einem Flachbildschirm erkenne, wo sie gerade steckte - nach etwas über einer Stunde hatte sie schon beinahe die Hälfte der Strecke absolviert! Ok, somit wurde wohl definitiv nichts aus dem gemütlichen Vormittag. Ich organisierte frisches Wasser, hatte einen Schwatz mit ein paar Bekannten (erfuhr vom starken Gegenwind auf der Inlinestrecke) und versuchte doch noch in die Wechselzone zu gelangen - was tatsächlich funktionierte.
Ich stellte Tabea die Bikeschuhe und etwas zu essen parat, räumte Neopren und Inlines zusammen und schon war sie da und kurz darauf mit dem Bike wieder weg!
Da die Wolken immer dunkler wurden, versuchte ich, Tabeas Rennvelo aus der Wechselzone zu bringen. Das wurde mir aber leider nicht gestattet. So liess ich es da und brachte nur den Neopren und die Inlines retour zum Auto. Nun montierte ich meine Regenjacke und nahm einen Schirm mit, das Wetter sah schlecht aus.
Retour auf dem Gelände konnte ich auf dem Fernseher entdecken, dass Tabea schon wieder beinahe die Hälfte der Bikestrecke bereits absolviert hatte. Nun begann es aber (leider) zu regnen!

Ich floh ins Festzelt, wo ich mein Mittagessen ass, um kurz darauf in der Nähe der Wechselzone wieder auf Tabea zu warten. Kurz darauf erschien sie, um das Bike gegen die Laufschuhe zu tauschen. Im strömenden Regen startete sie auf die letzten 10,8 Kilometer des Megathlons.
Mit einem 500m. Sprint konnte ich Sie nach der Wechselzone auch noch auf der Laufstrecke fotografieren.
Ich warf nun einen Blick in die Wechselzone. Da diese auf einer ehemals grünen Wiese aufgebaut war, bestand sie nun aus einer Sumpflandschaft! Die Sportler, welche von der Bike- oder Laufstrecke zurückkehrten waren alle braun gefärbt. Ca. 45 Minuten, nachdem Tabea losgerannt war, hiess es: Aus Sicherheitsgründen lassen wir keine Sportler mehr auf die Laufstrecke. Puuh, Glück gehabt, dass Sie schnell genug war, oder ouou, hoffentlich passiert ihr nichts?
Zum Glück war Tabea nach etwas mehr als einer Stunde wieder retour. Deutlich schneller als die 9 Stunden, die sie zur Verfügung gehabt hätte. Etwas mehr als 7 Stunden hatte sie benötigt, Respekt!
Und das schlimmste war, dass sie an den beiden Tagen danach nur wenig oder keinen Muskelkater verspürte!
Herzlichen Glückwunsch! Nur ein paar Wochen nach dem Gigathlon (als Couple) bereits wieder einen solchen Wettkampf zu absolvieren finde ich beeindruckend. Nun, während ich diesen Text schreibe, freue ich mich auf den Samstag 8.8. Da startet sie am Glacier 3000 – Start in Gstad auf 1050 m.ü.M. und Ziel auf dem Glacier 3000 auf 2950 m.ü.M. im Schnee! Und ich freue mich aufs Zuschauen.
Ach, Sport ist ja sooo herrlich ;-)

E schöne August wünscht
MR
Tabea im Neoprenanzug


Astrid


Tabea auf dem Rennvelo


Schlussdisziplin: Laufen


last update: 10.08.2009